Die Betriebsgeschichte von 1932 bis 2006
Streng genommen begann die Geschichte der Firma Leu im Jahre 1929, als sich Adolf Leu-Schluep als Maler selbstständig machte. 1932 baute er das Wohnhaus mit drei Garagenboxen an der Hauptstrasse 16 und gründete offiziell die Adolf Leu Bau- und Wagenmalerei. Zu dieser Zeit etablierte sich gerade die Nitro Cellulose, das Urprodukt der heutigen Autolacke, als erstes spritzfähiges Medium auf dem Markt, dass sich aus den Munitionsvorräten der Amerikaner aus dem 1.Weltkrieg entwickelt hatte.
Die Arbeit wuchs stetig mit dem Automarkt. So war es nicht erstaunlich, dass 1947 die Werkhalle erweitert werden musste. Als dann 1952 eine Tankstelle eingerichtet wurde, nutzte man die Bauphase und integrierte gleich eine Spenglerei dahinter. Dabei rutschte die Baumalerei immer mehr in den Hintergrund.
Als Maler, Auto- und Wagenlackierer übernahm 1961 Adolf Leu-Gschwind den Betrieb von seinem Vater. Dieser begann dann auch den Betrieb wieder auf den neuesten technischen Stand zu bringen, um im wachsenden Geschäft dran zu bleiben. 1962 wurde von Aral zu Esso gewechselt. Nach zwei Bauetappen stand dann der Carrosseriebetrieb 1969 in der Form da, ab jetzt mit neuen PW und LKW Spritzkabinen, die äusserlich gut 30 Jahre Bestand haben sollte. In der Zwischenzeit wurde das Baumalereigeschäft 1963, nach der Beendigung der Kirchenrenovation in Biel-Benken, zu Gunsten des Dienstes am Auto, fallen gelassen.
So sah es in den 70er Jahren aus.
Der Fahrzeugmarkt entwickelte sich weiter und im Zuge dessen, wurde die Beschriftung der Firmenwagen und das einheitliche Auftreten in den Firmenfarben wichtig und wichtiger. Diesem Umstand verdankten wir eine Vielzahl an treuer Kundschaft, mit denen wir bis heute noch zusammen arbeiten.
Auf der anderen Seite nahmen mit den Autos auch die Unfälle zu. Nachdem ein Wagen für die Überführungen angeschafft wurde, mussten neue Wege für die Auslastung dieses teuren Fahrzeuges gesucht werden. Dies war der Startschuss zum heutigen Abschleppdienst, der damals noch in Zusatzschichten einzelner Enthusiasten erledigt wurde. Seit dieser Zeit wurde die Zusammenarbeit mit Automobilclubs und Versicherungen geknüpft und nach wie vor gehegt und gepflegt. Seit 1970 bieten wir die Dinitrol Rostschutzbehand-lung an, die nach wie vor in unserem Betrieb praktiziert wird.
1974 war das Jahr, in dem aus der Carrosserie Leu die Firma Leu Carrosserie und Spritzwerk AG entstand.
Anfang der 90-er stellte man fest, dass im Bereich der Grossfahrzeuglackierung einiges an Potential brach lag. Allerdings war für diesen ins Auge gefassten Markt, nicht genügend Platz an der Hauptstrasse vorhanden. Nach reiflichen Überlegungen und Planungsentwürfen, verwarf man das Vorhaben, den Hauptsitz zu unterkellern und auszubauen und begann das Projekt Salismatten in Angriff zu nehmen. Die Strasse wurde mittlerweile von der Gemeinde umgetauft und somit ist daraus nun der Standort Gewerbestrasse geworden.
Nach einer langen Baubewilligungsphase und Kampf mit dem Grund- und Hochwasser wurde der Betrieb im Juni 1994 offiziell eröffnet. In der Zwischenzeit hatte sich allerdings der Markt für Grossfahrzeuge und Busse drastisch verändert. Konnte man früher das Fahrzeug nur in weiss bestellen, war es nun so, dass das Werk auch gleich die gewünschte Lackierung vornahm.
Dies führte dazu, dass der Betrieb, noch während der Fertigstellung, für die Industrielackierung umfunktioniert wurde. Allerdings so, dass Grossfahrzeuge nach wie vor abgefertigt werden können. Zur Industrielackierung gehört auch die Pulverbeschichtung, die 1996, damals mit einer Anlage zur Probe, im Keller der Gewerbestrasse eingerichtet wurde. Schon beim Bau wurde darauf geachtet,
dass die 2000m2 im Keller innerhalb weniger Wochen umfunktioniert und dem Markt angepasst werden konnten. Aus diesem Grund bereitete es keine Schwierigkeiten, zwei weitere Anlagen, wie eine Siebdruckfiliale der Firma Arni Siebdruck aus Allschwil, im Bau zu integrieren.
Zwei Jahre später, 1998 wurde an der Hauptstrasse die grosse LKW-Kabine zur Rhino Linings Nutzflächenbeschichtung umgebaut. Mit dieser neuartigen Beschichtung wurden wiederum neue Einsatzmöglichkeiten gesucht, um die vielfach freie Kabine optimal zu nutzen.
1999 wurde der gesamte Betrieb an die Söhne von Adolf Leu übergeben. Erwin Leu übernahm als eidg. dipl. Carrossier die Leitung des Hauptsitzes und Thomas Leu hatte von da an den Betrieb Gewerbestrasse als eidg. dipl. Autolackierermeister unter seiner Obhut. Um die Betriebe einzeln nicht unnötig zu belasten, wurden die administrativen Arbeiten zentral von der Hauptstrasse aus erledigt.
Der Zahn der Zeit nagte auch an unseren mittlerweile veralteten Zapfsäulen. Dies führte dazu, dass im Jahre 2004 der lang ersehnte Umbau, inkl. Fassadenerneuerung realisiert werden konnte. Im Zuge dessen stellten wir von Esso auf Agip um, da der Umbau nicht alleine zu realisieren war und wir einen investitionsfreudigen Partner dazu brauchten.
Nun befinden wir uns im Jahre 2007, dem Jahr unseres 75.sten Geburtstages. Der Carrossier- wie auch der Industrielackierungsmarkt ist hart umkämpft. Allerdings haben wir uns eine Plattform geschaffen, in Zusammenarbeit mit unseren Kunden, Zulieferanten und auch unserer Mitkonkurrenten, wo wir qualitative Arbeit machen dürfen, die soweit honoriert wird, dass wir mit unseren 30 Mitarbeitern zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Allerdings bleibt der Markt nicht stehen. Wir auch nicht!